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FAB e.V. Frauen Arbeit Bildung
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Aktuelle Nachrichten von der FAB e.V.

 
 

Aus dem Archiv


FAB Frauen Arbeit Bildung e.V. wird 15 Jahre

Mit einem Dinner feierten Vereins- und Gründungsmitglieder von FAB e.V. das 15 jährige Jubiläum. Der Vorstand des Vereins hatte einen Kreis von Mitstreiterinnen, Unterstützern und politischer Prominenz nach Friedberg eingeladen und die große Tochter FAB gGmbH hatte gekocht und aufgetischt. Der Einladung waren ca. 40 Männer und Frauen gefolgt. Gerhild Brüning, eine von drei Vorstandsfrauen, begrüßte die Anwesenden. Frau Risch–Laasch überbrachte die Grüße des Landrats, der leider verhindert war und Herr Beigeordneter Lich repräsentierte den Bereich Jugend, Soziales und Schule. Beide betonten die Bedeutung von FAB als eine von drei Beschäftigungsgesellschaften im Wetteraukreis, die sich schwerpunktmäßig um die Belange der Frauen kümmert.



Kornelia Schäfer vom Fachdienst für Frauen und Chancengleichheit drückte in ihrem Grußwort die Solidarität mit FAB aus. Das ehemalige Frauenamt hatte wesentlichen Anteil an der Gründung des Vereins. Gemeinsam hatten sie auch die ersten Unternehmerinnenmessen kompetent. organisiert. Von den Gründungsmitgliedern konnte der Verein Frau Renate Klingelhöfer, heute Vorsitzende des Altenbeirates des Wetteraukreises und mehrere ehemalige Vorstandsfrauen begrüßen.

Prominenter Gast war auch Birgit Simon, jetzige Bürgermeisterin in Offenbach. Sie war  sozusagen Taufpatin des Vereins. In einem Interview erzählte sie, wie es 1992, als sie Frauenbeauftragte des Wetteraukreises war, zu der Vereinsgründung kam und welche Hürden zu nehmen waren. Die damalige Situation: viele Sozialhilfeempfängerinnen und wenig Arbeitsmöglichkeiten; dann die Idee: wir schaffen Beschäftigung und Qualifizierung für diese Frauen. Der Verein FAB e.V. wurde mit der Intention gegründet arbeitslose Frauen und Mädchen bei einem beruflichen (Wieder-)Einstieg zu unterstützen. Die ersten Beschäftigungsfelder waren Schulkioske, die von den Frauen selbst betrieben wurden. Bald darauf wurde der Mahlzeitendienst für Kindertagesstätten eingerichtet und von Reichelsheim aus beliefert. Parallel dazu wurde der „Müslierlass“ im Wetterauer Kreistag verabschiedet, der für gesunde Pausenverpflegung in den Schulen sorgen sollte. Er war ein Ergebnis der rot grünen Koalition. Bald darauf nahm eine Beratungsstelle für Berufsrückkehrerinnen aus akademischen Berufen ihre Arbeit auf.

1993 erfolgte der Umzug der Geschäftsstelle nach Ortenberg-Selters. Die Küche wurde vergrößert, denn der Mahlzeitendienst wurde gut angenommen. Viele Frauen, die im Sozialhilfebezug waren, fanden so vorübergehend eine erste Arbeitsstelle und wurden für den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert. Ein ehrenamtlicher Vorstand leitete und steuerte den Aufbau der Beschäftigungsaktivitäten.
Anita Auls aus Wölfersheim, derzeitiges aktives Vorstandsmitglied interviewte Erika Fellner, langjährige Vorstandsfrau und ehemalige Landtagsabgeordnete der SPD, zur damaligen Vorstandsarbeit. Die Anzahl der Kioske an Schulen hatte sich Ende der 90er Jahre verdreifacht und die Aufträge für Kindertagesstätten und dann auch Schulen nahmen zu. Aufgrund der Ausweitung der Geschäftsfelder übernahm Gila Gertz 1998 die Position eines geschäftsführenden Vorstandsmitglieds, bevor sie dann 2001 - nach Gründung der gemeinnützigen GmbH - die Geschäftsführung übernahm. Qualifizierung von arbeitslosen Frauen, Beratung und Vermittlung in den Arbeitsmarkt waren nach wie vor die Hauptaufgaben des Vereins.
Neben der beruflichen Qualifizierung wurden Deutschkurse für Migrantinnen angeboten, um deren Chancen für den Arbeitsmarkt zu verbessern, Diese Kompetenz hat FAB systematisch weiter ausgebaut, so dass heute Deutschkurse auf unterschiedlichem Niveau, Alphabetisierung, bis hin zu berufsspezifische Deutschangeboten und Integrationskurse für Migranten, die neu nach Deutschland eingereist sind, angeboten werden.

Ulla Becker, Vorstandsfrau aus Karben berichtete mit Gerhild Brüning aus der Arbeit des Vorstandes seit Gründung der FAB gGmbH. Der Verein ist in der GmbH mit 51% Hauptgesellschafter, neben 20 weiteren, sozial engagierten Einzelpersonen, Vereinen, und Unternehmen. Hauptaufgabe des Vereins ist es weiterhin Projekte zu entwickeln und Veranstaltungen zu organisieren, die auf bessere Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt hinwirken. So hat der Verein sich in den letzen Jahren intensiv der Thematik „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ gewidmet. In diesem Jahr wird es anlässlich des 15 jährigen Bestehens von FAB e.V. eine Ausstellung zu work-life-balance, Vereinbarkeit von Familie und Beruf geben. Sie findet in der Zeit vom  27. September bis zum 11. Oktober im Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst für Frauen und Chancengleichheit und der IHK Gießen – Friedberg als Kooperationspartner statt. Die Eröffnung der Ausstellung ist am 27.09.07 um 18.00 Uhr, zu dem die Veranstalter die Öffentlichkeit schon jetzt herzlich einladen.

Den Abschluss des Abends, sozusagen mit dem Dessert bildete ein kurzer Bericht von Gila Gertz zu den aktuellen Aktivitäten der FAB gGmbH. Gila Gertz betonte dabei, dass die Kooperation mit den verschiedenen Frauenverbänden und Vereinen, den politischen Akteuren im Wetteraukreis genauso wichtig sei, wie ein guter Kontakt zur Wirtschaft, um Bedingungen zu unterstützen, die es Frauen erleichtern wieder ihren Weg in  eine Berufstätigkeit zu gestalten, zumal ihre Hemmnisse oftmals „nur die mangelnde Kinderbetreuung“ oder die geringe Anzahl von Teilzeitarbeitsplätzen sei. Berufsrückehrerinnen, also Frauen nach der Familienphase, finden derzeit so gut wie keine Unterstützung durch Qualifizierungs- bzw. Orientierungsangebote. Sie können damit kaum in den alten Beruf zurückkommen oder sich neu orientieren. Auch hier will FAB Angebote entwickeln, denn in Zeiten von vorhersehbarem Fachkräftemangel werden insbesondere Frauen gefragt sein.
Die Feierstunde klang aus, wie es sich die Vorstandsfrauen gewünscht hatten, mit intensiven Gesprächen und guten Kontakten bei Harfenmusik und gutem Essen.


 

 

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