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Aktuelle Nachrichten von der FAB e.V.

 
 

Aus dem Archiv


Einläuten des internationalen Frauentags
12.03.2017

am 7.3.2017 im Oberhof/Büdingen


Liebe Frauen, liebe Gäste,

Vom Müsli-Erlass zum gemeinnützigen Frauenunternehmen
Rückblick auf 25 Jahre FAB


Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Gäste, Vor 25 Jahren wurde FAB gegründet und ich denke, dass es eine gute Möglichkeit ist, das Jubiläum am Vortag des internationalen Frauentages zu feiern.



Frauen haben viel erreicht in der Gesellschaft – wie es auch an FAB zu sehen ist – aber es gibt immer noch viel zu tun, dass Gleichberechtigung zu einer Selbstverständlichkeit wird.
Es waren bewegte und sehr erfolgreiche, wenn auch oft schwierige Jahre.

Ich möchte die 25 Jahre mit Stichworten an Ihnen vorüberziehen lassen: Müslierlass - Schulkioske.
In den Schulen gab es laut Elternbeschwerde kein Angebot von gesundem Essen. Der Kreistag reagierte darauf mit dem Müsli-Erlass. Dieser Ausdruck wird Ihnen sicher allen geläufig sein Der Erlass führte zur Gründung von FAB e.V. mit dem Ziel, durch Schul-Kioske mit gesundem Angebot zur Verbesserung der Essensversorgung an Schulen beizutragen. Als Zielgruppe sollten Langzeitarbeitslose und/oder benachteiligte Frauen angesprochen werden. Die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt war Anfang der 90er Jahre in keiner Weise zufrieden stellend. Für Frauen war es schwierig, überhaupt in den Arbeitsmarkt einzusteigen, sei es nach der Familienphase, die eine Unterbrechung der vorherigen beruflichen Tätigkeit nach sich zog, sei es, dass ein beruflicher Einstieg aufgrund fehlenden fachlichen Hintergrunds kaum möglich war.

Sie wissen, wie schwierig Anfänge sind, aber FAB hat es geschafft; im Mai 1992 wurde FAB gegründet; am 1.10.1992 begann das Projekt mit einem ersten Kiosk in Konradsdorf.

Ohne die Unterstützung des damaligen Frauenamtes unter der Leitung von Birgit Simon, des Frauenbündnisses, vieler engagierter Frauen und nicht zuletzt von Rolf Gnadl, dem damaligen Landrat, hätte FAB die ersten Jahre nicht überstanden. An dieser Stelle möchte ich meinen herzlichen Dank an alle aussprechen, die so engagiert beim Aufbau von FAB beteiligt waren.

Das Interesse der Frauen war riesengroß und FAB schnell zu klein. Mittlerweile wurde auch Essen für Kindergärten angeboten. Küchen wurden in Selters und in Stockheim gefunden. Neben die praktische Tätigkeit wie z.B. die Essensvorbereitung und der Verkauf trat selbstverständlich auch eine Qualifizierung: wie sind die Hygienebestimmungen? Wie sind Schüler und Schülerinnen ansprechbar? Wie ist das mit der Kassenführung?

Um die Abhängigkeit von Projekten so klein wie möglich zu halten, stellte sich FAB auf mehrere Füße: Es gab Projekte wie z.B. die Unternehmerinnenmesse, (auf einer dieser Messen wurde aus FAB = Frauen am Ball), weitere Schulkioske (1999 gab es bereits 12, aber seit kurzem gar keine mehr), Noki- Kinderbetreuung (wegen zu geringer Nachfrage eingestellt), um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Es etablierte sich auch ein umfassender Bildungsbereich: Integrationskurse, Kurse für berufsbezogenes Deutsch und viele mehr.

2001 wurde eine Großküche angemietet werden, denn mittlerweile hatte sich FAB auf Essen für Kita-Kinder spezialisiert hatte. D.h. FAB berücksichtigte die Essgewohnheiten von Kindern und bot gesundes und ausgewogenes Essen an. Das wurde von den Eltern honoriert. Heute werden täglich ca. 1800 Essen gekocht.

Die Ausweitung der Aktivitäten und der Projekte von FAB e.V. hatte zu einem veritablen Frauenunternehmen geführt. 2002 wurde aus dem e.V. heraus die gGmbH gegründet mit Gila Gertz als Geschäftsführerin. Bis zum Jahre 2009 leitete sie die FAB gGmbH. Ihr gilt ein großes Dankeschön für den Aufbau der gemeinnützigen Beschäftigungsinitiative. Für den ehrenamtlichen Vorstand war dieser Schritt – wegen der vielfältigen Anforderungen und auch aus haftungsrechtlicher Sicht – eine große Entlastung.
Ab diesem Zeitpunkt war der e.V. und ist es bis heute Hauptgesellschafter der FAB gGmbH.

FAB hat in den letzten Jahren einen großen Wandel vollzogen: Von einer reinen Beschäftigungsinitiative hin zu einem starken gemeinnützigen Frauen- und Dienstleistungsunternehmen in der Wetterau mit über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Der besondere Fokus wird auch weiterhin auf der Förderung von Frauen und Mädchen liegen. Menschen hier in der Region, in der Wetterau, Unterstützung in ihren individuellen Lebens- und Arbeitssituationen zu bieten, ist unser gemeinsames Ziel.

Unser heutiger Dank gilt unserer Geschäftsführerin Karin Frech, die mit viel Weitsicht die Geschicke von FAB lenkt. Sie hat es geschafft, finanzielle Klippen zu umschiffen, so dass heute schwarze Zahlen geschrieben werden.

Liebe Karin, wir danken Dir für Deine hervorragende Leistung. Diese Herausforderungen sind nur mit einer hoch motivierten Mannschaft oder besser Frauschaft zu meistern. Mein ganz herzlicher Dank im Namen des Vorstands gilt daher allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von FAB gGmbH, die mit großem Engagement, Geduld und Vertrauen FAB tragen und weiterentwickeln.

Wir wünschen unserer FAB weiterhin eine gute Fortentwicklung, eine vertrauensvolle Unternehmenskultur mit Raum für eigenverantwortliches Handeln, mit flachen Hierarchien und einem modernen mitarbeiterfreundlichen Führungsstil.

Wir sind stolz auf Euch!

Heute ist wie bereits schon erwähnt, FAB e.V. Hauptgesellschafter der FAB gGmbH.
Wir sind eine Gruppe von engagierten Frauen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen in der Region zu stärken.

Unsere Vision:
Alle Frauen können selbstbestimmt leben
Frau erhält in der Arbeitswelt gleichberechtigte Wertschätzung,
Frau kann Mutter und gleichzeitig erfolgreich im Beruf sein,
Frau bekommt gleiches Geld für gleiche Arbeit, Frau ist stark und unabhängig

Die Werbung von Mitgliedern wird jedes Jahr wichtiger. Deshalb brauchen wir Menschen, die unser Anliegen unterstützen und uns helfen, Gleichgesinnte zu finden. Wir setzen dabei auf Sie! Gemeinsam können wir etwas erreichen! Bitte helfen Sie und werben Sie ein Mitglied! Wer sollte besser glaubwürdig ein neues Mitglied werben als diejenigen, die von der Wichtigkeit unserer Arbeit überzeugt sind!

Vielen Dank!

Vielleicht noch eine Randbemerkung. In der letzten Woche hielt ein 74-jähriger Rechtspopulist aus Polen im Europaparlament eine Begründung zur schlechten Bezahlung von Frauen.

Er sagte wörtlich: Selbstverständlich müssen Frauen weniger Bezahlung erhalten als ein Mann, denn sie sind schwächer, kleiner und weniger Intelligent. Frauen seien einfach weniger intelligent!

Ihr könnt Euch vorstellen wie die Frauen im Parlament durch ihre Redebeiträge ihn fertig machten.



Ulla Becker



 

 

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